A Short Film About Time

1999 Betacam 12 Min

Paromita Vohra

Short Films, Promo's, Music Videos from MTV India

1997-99 Betacam 17 Min

Cyrus Oshidar

Thin Air

1999 Betacam 42 Min

Aushim Ahluwalia

BOMgAY

1996 Betacam 12 Min

Riyad Wadia

Von Riyad Wadia

Bombay (offiziell Mumbai) ist das wirbelnde Zentrum der fruchtbaren indischen Film- und Fernsehindustrie. Jahr für Jahr werden in der Stadt über 200 Spielfilme in Hindisprache, einige Filme für Zielgruppen in Regionalsprachen und über 6000 Stunden Fernsehprogramm produziert. Zählt man dazu die unermesslich vielen Fernseh- und Kinowerbespots, die Unternehmensportraits, die Industriefilme, Wochenschauen etc., dann gewinnt man einen Eindruck von der Industrie, die das weltgrößte Zentrum des Films bildet. Wie überall auf der Welt bestimmt der Kommerz diese industrielle Produktion und diktiert damit auch die Formen der Kreativität. Individueller Ausdruck und Gedanke werden schnell kompromittiert, untergebügelt und verformt, um das große Publikum zu erreichen, das schließlich das Geld bringt.

Bombay ist auch der 'Bewusstseinszustand' für den Rest Indiens und häufig genug auch für das restliche Südasien. Als kosmopolitische Stadt - gewachsen mit dem europäischen Handel, dessen kultureller Expansion und dem Imperialismus - ist diese Hafenstadt eine der wenigen im fernen Osten, die, bis zum Hereinbrechen der britischen Interessen an Indien, keine eigene urbane Geschichte hatte. Seither haben ihr westlicher Appeal, ihre Industrie und ihr Handel Wohlstand hervorgetrieben (in Bombay werden 25 % des indischen BIPs erwirtschaftet!) und ihre mobile Bevölkerung (etwa 12 Millionen Bürger leben auf 50 Quadratkilometern) hat in einem Land, das seinen Stolz in seine uralte Geschichte und 5000 jährige Kultur setzt, eine 'Bombay-Kultur' von einzigartiger Modernität, die sich ganz und gar dem 20sten Jahrhundert verdankt, geschaffen.

Es ist genau diese Auseinandersetzung zwischen alten Werten, Weisheit und Lebensführung auf der einen und Industrialisierung, Mechanisierung und Kapitalismus auf der anderen Seite, die die Faszination Bombays sowohl für deren Bewohner als auch für den Rest Indiens ausmachen. Und der filmische Ausdruck (in all seinen Mitteln - Celluloid, elektronisch oder jetzt digital) verleiht dieser Debatte am deutlichsten Gesicht.

Um einen Aspekt dieser Debatte vorzustellen, habe ich die Werke von drei sehr unterschiedlichen Regisseuren ausgewählt, die in drei völlig differenten Stilrichtungen arbeiten. Es gibt jedoch einen gemeinsamen Subtext, der ihren Filmen unterliegt, wenn man sie gewissermaßen gleichzeitig betrachtet. Das ist der Konflikt zwischen Tradition und Moderne. Ein urbaner Konflikt, der sich in allen Riesenstädten der Welt in diesem vergehenden Jahrhundert abgespielt hat, der jedoch in Bombay - dieser Stadt der unauslotbaren Extreme - in Zehnerpotenz ausgetragen wurde.

Kurator: Riyad Wadia

Riyad Wadia hatte sein Studium der Filmwissenschaft in Australien beendet und kehrte nach Bombay zurück, als er 'Wadia Movietone', eine der ältesten Filmgesellschaften Indiens, samt Studios, von seinem Großvater, J.B.H. Wadia, im Jahre 1933 gegründet, erbte. 1993 produzierte und inszenierte er "Fearless-The Hunterwali Story", die bei mehr als 50 internationalen Filmfestivals gezeigt wurde und von der Regierung Indiens als einer der besten unter zehn Dokumentarfilmen ausgewählt wurde. Im Jahre 1996 produzierte er den Film "A Mermaid Called Aida", in dem er auch Regie führte; ein Dokumentarfilm in Spielfilmlänge über Indiens berühmten Transsexuellen Aida Banaji. Gegenwärtig pendelt Riyad Wadia zwischen New York und Bombay und arbeitet an einem weiteren Spielfilm.